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Kurztrip nach Belize

Orange Walk, Belize City, Caye Caulker, Bella`s Hostal

Der folgende Reisebericht beschreibt unseren Kurzaufenthalt in Belize von mir und eine Freund im September 2006, einer zu unserem Glück schwachen Hurrikan-Saison.


Mit dem Bus aus Chetumal (Mexiko) gelangen wir über die Grenze. Während das Landschaftsbild innerhalb Yucatans sich nicht verändert, hat sich die Bevölkerung stark verändert. Während man in Mexiko hauptsächlich Mexikaner - wenn wundert es - trifft, wird Belize zum Großteil von Afroamerikanern bewohnt. Neu sind auch die großen Autofriedhöfe entlang der Straße, die bestenfalls noch als Ersatzteillager dienen können. Ein echter Vorteil für uns Spanischlegastheniker ist, dass in Belize Englisch erste Amtssprache ist und das hier auch wirklich jeder Englisch spricht und es nicht nur meint, zu sprechen. Unser erster Zwischenstopp ist Orange Walk, die uns aufgrund der großen Hitze und nicht zu verachtenden Schwüle nur zu einem kleinen Rundgang reizt. Sofort fallen uns die großen Weißen auf, die akkurat mit Hose, langärmligen Hemd, Hosenträgern und Strohhut gekleidet in kleinen Gruppen in der Stadt zu finden sind. Im Nachhinein erfahren wir, dass es sich bei diesen um eine Farmergemeinde mit deutschen Wurzeln handelt. Von Orange Walk geht es dann mit einem betagten amerikanischen Schulbus weiter bis in die größte Stadt von Belize, nach Belize City. Die Stadt ist nicht wirklich schön, aber quirlig und voller Leben. Es gibt nur wenige hohe Gebäude, alles ist flach, unzentriert und daher eher weitläufig und unstrukturiert. Am Busbahnhof angekommen, zeigt sich uns ein altbekanntes Bild: alle wollen uns als Gäste in ihrem Taxi. Aufgrund von anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten gönnen wir uns dann doch ein Taxi zum Hafen, von wo aus die Personenboote zu den Inseln starten. Denn vor Belize im Karibischen Meer liegen die sog. Cayes, eine Inselgruppe nur knapp über dem Meeresspiegel mit Mangrovenwäldern und etwas davor dem Barrier Reef. Dieses ist der kleine Bruder des Great Barrier Reef vor Australien, beinahe ebenso so artenreich und genauso einzigartig. Da wir uns diesen karibischen Flair nicht entgehen lassen, buchen wir Hin- und Rückfahrt mit dem Motorboot nach Caye Caulker (Tipp aus Deutschland, 15 Belize-$ p.P. und Fahrt). Bevor wir in See stechen, erkunden wir etwas die Hafengegend und kaufen ein paar Grundnahrungsmittel, da die Inseln recht teuer sein sollen. Uns begegnen viele Afroamerikaner mit Rastafrisuren, bunten Mützen, lauter Musik und sonstigen Attributen einer entspannten Lebensweise.


Etwa eine Stunde kauern wir anschließend im Boot und lassen an uns die Cayes und Mangroven vorbeiziehen. Um Passagiere abzusetzen, halten wir auf Caye Chapel, einer absolut versnobten Golfer-Insel, die ein einziges Golfresort ist. Sehr künstlich, aber für den Liebhaber bestimmt interessant und reizvoll. Auf Caye Caulker gelandet, umfängt uns sofort ein karibisches Gefühl: Sonne, Palmen, türkises Wasser, Raggae-Musik, nette Bars, blauer Himmel, Urlaub. Wir quartieren uns in Bella`s Hostal ein, ein Mehrbettzimmer mit Küche, Boot, Internet und jeder Menge Ventilatoren. Wegen der Hitze und Schwüle, die sich am besten direkt am Wasser oder noch besser im Wasser ertragen lässt, schwitzt man hier als nicht akklimatisierter Tourist nicht unerheblich. Da schon spät ist, kochen gemeinsam mit einem Amerikaner, der übrigens volle 4 Wochen auf Caye Caulker verbringen will, Bohnen mit Zwiebeln und einer leckeren Soße. Im „Lazy Lizard“ genehmigen wir uns abends bei traumhafter Kulisse (Musik, geniale Bar, leckeres Bier, rauschen des Meeres) ein Bier aus Belize. Die Kneipe liegt an einem Kanal, der Caye Caulker von einer Nachbarinsel abtrennt. Auf dem Rückweg in unsere Unterkunft bemerken wir überall große Landkrebse, die fast farblos sind, in Sandlöchern wohnen und vor uns flüchten. Spaßeshalber versuchen wir, eine für ein Mitternachtsmahl zu fangen, jedoch ohne Erfolg. Den nächsten Tag beginnen wir mir einer Canadier-Tour zur Nachbarinsel. Caye Caulker ist nur etwa 8 mal 2 Kilometer groß, daher könnte man sie auch in ein paar Stunden umrunden. Auf der unbewohnten Nachbarinsel gehen wir an Land und klettern in Mangrovenbäumen herum. Schwierig war es, überhaupt das Land zu erreichen, da die Insel wie ursprünglich alle dieser Koralleninseln von einem Mangrovenwald umgeben ist. Mit der Angel sind wir leider erfolglos, sodass es mittags wieder Bohnen gibt, übrigens eine Hauptspeise in Belize. Nachmittags baden wir ausgiebig nahe des „Lazy Lizard“, jedoch ist das Wasser so warm, dass schwimmen eigentlich nicht angenehm ist. Mit Schnorchel und Taucherbrille sieht man selbst nahe am Ufer zahlreiche bunte Fische, auch ein großer Rochen kreuzt in etwas tieferen Gefilden. Inselbewohner spielen Volleyball im Wasser, alles sieht nach Urlaub und sehr relaxtem Leben aus. Die von 1300 Menschen bewohnte Insel hat auch einen kleinen Flughafen, den wir im hinteren Teil der Insel entdecken. Ein lauter Dieselgenerator klärt die Frage der Elektrizitätsversorgung, die der Abwasserentsorgung bleibt unbeantwortet, wir können es uns aber denken. Abends buchen wir bei „Raggamuffins Tours“ eine Schnorcheltagestour für den nächsten Tag.


Für 90 Belize-$ (= 45 US-$) bekommen wir dann am nächsten Tag ein unvergessliches Erlebnis geboten. Mit dem Segelboot, 2 Guides und 11 anderen Touristen geht es hinaus zum Barrier Reef, von dem ein Teil auch zum UNESCO-Naturerbe erklärt wurde. Insgesamt schnorcheln wir an drei verschiedenen Stellen, wir dürfen Haie und Rochen streicheln und befinden uns gleich am ersten Stopp mitten in einem großen Schwarm Gelber Thunfische wieder. Die Unterwasserwelt ist atemberaubend: Korallen, Seeanemonen, Algen, Unterwasserpflanzen, bizarre Felsformationen, große Fischschwärme kleiner und großer Fische, Langusten, bunte Fische,… Dass das Wasser warm genug zum Schnorcheln war, steht aufgrund der Breitengrade ja wohl außer Frage. Unterwegs servieren uns die Guides frische Fruchtsäfte, einen leckeren Sandwich, frisch gefangene und zubereitete Langusten und noch mehr Knabbereien.Auf dem Rückweg wird dem Saft noch ordentlich Rum zugemischt und bei Raggae-Klängen aus der Box geht es dann unter blauem Himmel zurück zur Insel.

Am nächsten Tag fahren wir zurück nach Belize City mit einer genialen Schnorcheltour im Erinnerungsschatz. Von da aus ziehen wir weiter über Belmopan nach Guatemala.

Fazit: Belize ist nicht ganz so günstig wie Guatemala, die Cayes und der karibische Flair suchen aber seines Gleichen. Eine Schnorcheltour darf man sich nicht entgehen lassen, das Auge bekommt wirkliche Einzigartiges geboten!




Dieser Reisebericht wurde am 30. November 2007 von montechristi verfasst. Der Autor hat Schlagwörter zu diesem Bericht hinterlegt: Orange Walk, Belize City, Caye Caulker, Bella`s Hostal, Kurztrip nach Belize, Barrier Reef, Caye, Korallenriff, Schnorcheln, Karibik.

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